Johann-Adolf Cohausz setzt voll auf Lebenslanges Lernen – und lernt halt nie aus

Redaktion BlickDresden | Das ist voll ungerecht! Die Grünen und die SPD, ja selbst die eigenen Parteigenossen der CDU prügeln seit Wochen auf Johann-Adolf Cohausz ein. Nun wollte sich dieser hohe Mitarbeiter der sächsischen Landesregierung für seinen Job nachhaltig qualifizieren, um auch als 64 jähriger fit und leistungsfähig zu werden bzw. zu bleiben (schliesslich wird doch nicht umsonst Lebenslanges Lernen propagiert) – und nun ist es dem politischen Wettbewerber auch wieder nicht recht.

Herr Johann-Adolf Cohausz hat im Laufe seines beruflichen Lebens schon mehrere anspruchsvolle, berufliche Stationen absolviert, meist im 3-Jahrestakt.

Ein Blick in seine Vita verrät, dass er mit allen diplomatischen Wassern gewaschen ist. 1. und 2. Juristisches Staatsexamen, Eintritt in den Auswärtigen Dienst. Herr Cohausz leitete unter anderem die Pressearbeit an der deutschen Botschaft in Kamerun (1983 – 1986), war Sprecher der Ständigen Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York (1991/1992) und von 2001-2004 Gesandter an der Botschaft in Buenos Aires. Zuletzt arbeitete er von 2007 bis 2009 als Generalkonsul in Dubai. Aus der Wüste führte es ihn direkt nach Dresden an die Elbe. Seit 1. November 2009 ist Johann-Adolf Cohausz Regierungssprecher im Range eines Staatssekretärs im Freistaat Sachsen.

Also ein äusserst welterfahrener “High Potential”

Nach fast zwei Jahren in Sachsen wurde der Wunsch (oder die Notwendigkeit) nach weiterer Qualifizierung wach und realisiert. Der fleissige Staatsdiener Cohausz, der keine Mühen scheut, sich auch im hohen Alter von 64 Jahren permanent zu qualifizieren, nahm das Angebot eines Medientrainings von Michel Cramer (ehemaliger Redaktionsleiter von Sabine Christinasen) und der Beratungsfima alt//cramer, Berlin, wahr – zum Wohle der Menschen im Freistaat Sachsen… – und zum wohlfeilen Tagespreis von 3.600 € plus Mehrwertsteuer.

8 Sitzungen ähh Ganztags-Coachings in Dresden sind vorgesehen, 3 wurden bisher absolviert.

Wie sagte die Sächsische Staatskanzlei hierzu:  ”Nein, es sei nicht wahr, dass die Kosten aus dem Weiterbildungsetat der Staatskanzlei stammen. Denn der umfasst nur 20.000 Euro im Jahr – für jeden der 200 Mitarbeiter sind das 100 Euro. Vielmehr werde das Training aus dem Topf für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bezahlt. Außerdem hätten für die Schulung keine Vergleichsangebote eingeholt werden müssen.” – Alles rechtens, sagt die Staatskanzlei.

Die “Sächsische Zeitung” schrieb unter Verweis auf die Staatsregierung, “es habe lediglich eine Markterkundung gegeben”. Daher könne nicht genau gesagt werden, ob bei gleicher Leistung nicht auch andere Unternehmen in Frage gekommen wären. Der Zeitung zufolge führt der Geschäftsführer des Unternehmens, Michael Cramer, die Schulung persönlich durch.

Der Chef der Staatskanzlei, Johannes Beermann, räumte ein, dass keiner der sechs vorangegangenen Regierungssprecher eine solche Schulung gemacht hat. Im Fall Cohausz begründete Beermann das mit den “besonderen Aufgabenspektrum des Regierungssprechers”

Die Opposition hat, wen wundert es, eine abweichende Meinung. Die Linke würde gern den Rechnungshof einschalten und spricht von einem „handfesten Skandal“. Die SPD forderte Cohausz auf, einen Teil der Kosten selbst zu tragen. Wie hoch der Eigenanteil sein sollte, ob 95% oder 10%, wurde noch nicht offiziell verlautbart.

Nun ist es natürlich echt schade, daß sich Johann-Adolf Cohausz erst nach ca. 18 Monaten zur Weiterbildung durchringen konnte, schliesslich bekommt er damit ein knappes dreiviertel Jahr vor Erreichen der Altersgrenze den letzten Schliff.

Aber vielleicht bleibt Herr Johann-Adolf Cohausz seinem Dienstherrn und den Menschen im Freistaat Sachsen über die Pensionsgrenze hinaus erhalten. Er sagte der Chemnitzer “Freien Presse” , er habe “einen Handschlagvertrag mit dem Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich, der über eine Legislaturperiode gilt”. Ein neuer Landtag wird in Sachsen in gut drei Jahren gewählt – hoffentlich zieht es Johann-Adolf Cohausz nicht schon vorher wieder in die Wüste.

Wer sich mit Herrn Cohausz über Qualifizierungsmassnahmen, Media Communications, Internal Communications, Social Networking, Lebenslanges Lernen und zeitgemässen Umgang mit Medien und Menschen austauschen mag, kann ihm schreiben, vielleicht ist ja auch die kostenfreie Überlassung der Schulungsunterlagen für interessierte StaatsbürgerInnen möglich:  johann-adolf.cohausz@sk.sachsen.de (zur Zeit ist er jedoch in wohlverdientem Urlaub)

 

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2 thoughts on “Johann-Adolf Cohausz setzt voll auf Lebenslanges Lernen – und lernt halt nie aus

  1. Lucas MacDonald Carsuteldo
    Januar 18, 2012 at 2:58 pm

    Lebenslanges Lernen als Dekor für Sonntagsreden verkommen…

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