Bündnis Nazifrei! – Dresden stellt sich quer

Redaktion BlickDresden Dresden den 30. Januar 2012: Vorsitzende der Zentralräte der Muslime und der Juden unterzeichnen den Aufruf des Bündnisses „Dresden Nazifrei“ Gegen jeden Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hilft nur aktives Handeln. Das ist der Standpunkt des Bündnisses „Dresden Nazifrei“, das bundesweit breite Unterstützung aus derZivilgesellschaft erfährt.

Mit dem Zentralrat der Juden, seinem Sprecher Stephan Kramer und dem Zentralrat der Muslime, vertreten durch Aiman Mazyek haben nach dem Arbeitskreis „Kirche gegen Rechtsextremismus“ auch zentrale Vertreter der beiden anderen großenReligionen in Deutschland den Blockadeaufruf des Bündnisses unterschrieben.

„Es geht in erster Linie um die Verteidigung unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft,wenn wir uns gegen Rechts stemmen. Der Kampf gegen jegliche Formen des Rassismus mussstets aufs Neue geführt werden. Er breitet sich sonst wie ein Virus aus, bleibt nicht nur bei denNeonazis verortet, sondern befällt weitere Teile unserer Gesellschaft. Das zu verhindern, istBürgerpflicht und das Gebot der Stunde und deshalb ist das breite Bündnis gegen Rechts eingroßes, ein wichtiges Zeichen, insbesondere in Ostdeutschland“, erklärte Aiman Mazyek.

Und Dr. Herbert Lappe, Mitglied der Jüdischen Gemeinde Dresden ergänzte: „Wo derRechtsstaat versagt, muss der verantwortungsvolle Bürger eigenständig handeln! Und so langeLeute wie Holger Apfel (Vorsitzender der Sächsischen NPD) im Sächsischen Landtag mit göbbelschen Parolen, wie: »Nur wer deutsches Blut in seinen Adern fließen hat, kann für unsein Deutscher sein.« ungestraft hetzen dürfen, so lange die NPD-nahen Schlägertrupps durchDresden marschieren – so lange werde ich mich denen anschließen, die die Freiheit mit allenmöglichen friedlichen Mitteln verteidigen. Wenn nötig, auch durch die Teilnahme anSitzblockaden.“

Dass Ziviler Ungehorsam als partizipatives Element und Aushandlungs-prozessgesellschaftlicher Ordnungen in einer Demokratie seinen Platz haben muss, verdeutlichten am Wochenende mehr als 400 TeilnehmerInnen eines Kongresses über Zivilen Ungehorsam an der TU Dresden. „Wir leisten zivilen Ungehorsam gegen den Naziaufmarsch, weil menschenverachtenden Ideologien keinen Platz in der Gesellschaft eingeräumt werden darf. Wir bemerken, dass das demokratische Verständnis der Regierungsparteien hier in Sachsen in eine gefährliche Schräglage geraten ist. Wo die Regularien des Staates versagen und die heraufbeschworene politische Mitte offen mit rechtem Gedankengut flirtet, ist es die Pflicht jeder/s Einzelnen, gegen diese Entwicklung Widerstand zu leisten.“, so Franziska Radtke, Bündnissprecherin von Dresden-Nazifrei abschließend.

Pressekontakt: presse@dresden-nazifrei.com

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